Open Access. Modernes Publizieren.

Open Access (engl.: freier, kostenloser Zugang) bezeichnet das Ziel, wissenschaftliche Literatur und Materialien im Internet frei (kostenlos und ohne Lizenzbeschränkungen) zugänglich zu machen.
Dabei kann es sich um frei zugängliche Beiträge in Elektronischen Zeitschriften, um Preprints oder Online-Versionen von Beiträgen in Büchern und Zeitschriften handeln, die auf Servern oder auf Websites frei zur Verfügung gestellt werden. In einem weiteren Sinn spricht man aber auch von Open Access, wenn es um den freien Zugang zu wissenschaftlich wichtigen Daten oder zu digitalen Reproduktionen von Kulturgut in Archiven, Bibliotheken und Museen geht.

Erlischt durch eine »Open Access«-Veröffentlichung mein Urheberrecht?

Nein. Das Urheberrecht ist nicht übertragbar und bleibt für Ihr geistiges Eigentum stets bei Ihnen. Wohl aber geben Sie die Nutzungsrechte für die Online-Version Ihres Textes frei. Im »Archiv der Zeitzeugen« verlangen wir aber ausdrücklich, dass bei einer Verwendung von Texten oder Textteilen der Urheber stets mit Quellenangabe genannt werden muss. Warum wir die freie Verfügbarkeit der Texte im Netz aber keinesfalls für problematisch, sondern ganz im Gegenteil für förderlich halten, erläutern wir auf dieser Seite.

Was sind die Vorteile einer »Open Access«-Veröffentlichung für mich?

Das »Archiv der Zeitzeugen« bietet für Ihren Zeitzeugentext eine wunderbare Plattform. Sie haben die Möglichkeit, innerhalb einer großen Gesamtausgabe Ihre kleine Zugabe zu einem außerordentlichen Mosaik der Geschichte zu geben. Diese wertvolle Sammlung von Texten soll einer möglichst breiten Öffentlichkeit und auch der Wissenschaft nutzbar gemacht werden. Dieses Ziel erreichen wir nur über eine »Open Access«-Nutzbarkeit des Archivs.
Durch nur durch eine 100%ige Volltextsuche und die kostenlose Verwendung und Auswertung Ihrer Texte ermöglichen Sie allen Nutzern des Archivs eine erfolgreiche Recherche. Der Nutzer kann problemlos prüfen, ob ein Text die für ihn notwendige Relevanz hat. Hat er diese und möchte der Nutzer anschließend mit dem Text arbeiten oder ihn zumindest lesen, so ist es mehr als unwahrscheinlich, dass er den kompletten, oft mehrere hundert Seiten umfassenden Text herunterlädt und am Bildschirm liest oder kostspielig und in mäßiger Qualität selbst ausdruckt. Die Kosten für eine hochwertige Buchausgabe im »Archiv der Zeitzeugen« liegen normalerweise weit unter einem selbstgefertigten Ausdruck, der zudem auch meist eine wesentlich schlechtere Qualität als das gebundenen Buch hat (besonders bei Bildern trifft dies zu, da wir Bildmaterial nur in stark komprimierter Form als Download zur Verfügung stellen).
Wir ermöglichen durch die »Open Access«-Publikation allen Interessierten also zunächst eine Recherche im Text, wie diese nicht einmal der Buchhandel anhand eines dort vorliegenden Buches bieten kann.
Ein Interessent, der sich nicht sicher ist, ob Ihr Werk die gewünschte Relevanz hat, würde dieses in den wenigsten Fällen als »Katze im Sack« kaufen. Einen potentiellen Käufer Ihres Buches gewinnen Sie unserer Erfahrung nach durch Open Access viel eher, als dass Sie einen sicheren Käufer verlieren.

Macht mein Archivbeitrag im »Open Access« nicht meinem Beitrag in Buchform Konkurrenz?

Das sehen wir aufgrund unserer Erfahrung nicht im geringsten. Die Verfügbarkeit der Texte im »Open Access« ist vielmehr eine Bewerbung der Buchform und ergänzt diese auf einzigartige Weise. Arbeiten und lesen werden die Menschen auch in 20 Jahren noch mit und in Büchern aus Papier - die Möglichkeit der zusätzlichen digitalen Bearbeitung macht einen Text aber noch wertvoller.
Durch die Volltextsuche in allen Beiträgen des Archivs wird ein Interessent, der vielleicht ursprünglich ein ganz anderes Buch mit ähnlicher Thematik suchte, auch auf Ihren Titel aufmerksam - eine zielgruppenspezifische Bewerbung, die kaum ein anderes Instrument so effektiv und dabei kostenfrei ermöglicht. Je mehr Menschen das Archiv als wertvolle kulturelle Quelle entdecken und nutzen, umso häufiger werden Titel zu einer Thematik dabei auch betrachtet - und bei Interesse höchstwahrscheinlich gekauft.

Darf jeder aus meinem Werk frei zitieren?

Ja und Nein. Er darf frei zitieren, sofern er Ihr Werk als Quelle und Sie als Urheber angibt. Aber das ist aus unserer Erfahrung alles andere als ein schlimmer Rechteverlust. Es kann einem Text gar nichts besseres passieren, als so oft wie nur eben möglich zitiert zu werden. Dies macht ihn schließlich relevant - und damit auch bekannt. Jeder veröffentlichte Auszug aus Ihrem Text ist ein Gewinn, den Ihnen beispielsweise eine Anzeige in selbigem Format kaum bieten kann.

Was spricht noch für »Open Access«?

Für die Forderung nach Open Access spricht, dass damit stark subventionierte Forschungsergebnisse der Universitäten und anderer öffentlich unterstützter Forschungseinrichtungen frei zugänglich werden und nicht teuer verkauft werden: Open Access ist so nach Auffassung von Graf (2003) »die geeignete Antwort auf die Krise der wissenschaftlichen Literatur, die sich nicht nur auf die Zeitschriftenpreise auswirkt, sondern auch dazu führt, dass etwa ein Sammelband in vierfacher Weise von der öffentlichen Hand subventioniert wird und der Staat so seine eigenen Forschungsergebnisse von kommerziellen Verlagen zurückkauft« (vgl. Zusammenfassung).
Explizit verfolgt die Open Access-Bewegung auch das Ziel, die digitale Kluft zu verringern. Unter anderem sollen so Wissenschaftler mit geringem Deputat an wissenschaftliche Ergebnisse gelangen und am Diskurs partizipieren können. Seit 2001 suchen weltweite Initiativen nach effektiven Strategien, um die Vorteile des Open Access für die Forschung, ihre Institutionen und Fonds allgemein nutzbar zu machen. Auch die wirtschaftlichen Aspekte des Open Access-Publizierens und mögliche Probleme wissenschaftlicher Verlage werden heftig debattiert.
Nach Einschätzung von Mruck, Gradmann & Mey (2004) handelt es sich bei der Open Access-Bewegung nicht »nur um Überzeugungen vereinzelter, besonders internetaffiner Akteure [..], sondern um eine Bewegung von enormer Reichweite«; eine »wissenschaftliche Revolution formiert sich«. An dieser Revolution möchten wir uns mit dem »Archiv der Zeitzeugen« und allen darin enthaltenen Texten beteiligen.